Querblick

ATZblog | 24. Januar 2012

Weltweit arbeiten die Automobilhersteller mit Hochdruck an der weiteren Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emissionen. Dazu scheint der technische Mainstream klar – Leichtbau und beste Aerodynamik bei den Fahrzeugen, Downsizing und Aufladung bei den Verbrennungsmotoren, weite Spreizung und Wirkungsgradoptimierung bei den Getrieben und eine zunehmende Elektrifizierung im Gesamtfahrzeug. Mit Baukästen sollen die steigende Komplexität und die zunehmende Variantenvielfalt beherrscht und ein betriebswirtschaftlich attraktives Ergebnis erwirtschaftet werden. Markenspezifisches Design und kundenrelevante Applikationen bei Bauteilen und Funktionen müssen künftig die Kunden begeistern, da die an Stammtischen heute so beliebten Wettbewerbs-Differenzierungen über Motorentechnik und Zylinderzahl abnehmen.

Doch nicht alle Automobilhersteller folgen diesem Weg. So entwickelte der japanische Automobilhersteller Mazda eine neue Otto-, Diesel- und Getriebegeneration gegen den Trend. Bei den Motoren konzentrierten sich die Entwickungsingenieure auf den Verbrennungsprozess und die Mechanik. Außergewöhnliche Verdichtungsverhältnisse und eine niedrige Reibung sind die Kernmerkmale – kein Downsizing, keine kostentreibende Aufladetechnik beim Ottomotor und kein aufwändiges Abgasnachbehandlungssystem beim Dieselmotor. Das Automatikgetriebe ist trotz Front-Quer-Einbau kein Doppelkupplungsgetriebe, sondern ein kostengünstiger wirkungsgradoptimierter Sechsgang-Wandlerautomat.

Die japanischen Mazda-Kollegen gehen einen eigenen Weg, um die Effizienz ihrer Antriebe zu verbessern. Ich hoffe, wir nehmen uns genügend Zeit, über die Wege der anderen nachzudenken.

(Autor: Dr. Johannes Liebl, Herausgeber ATZ | MTZ)

Eine Reaktion zu “Querblick”

  1. hans

    die steinzeitlichen, hydraulischen Schraubstöcke, die unsere Radbremsen betätigen, sind enorme Spritfresser! Weil sie in keiner Weise sicherstellen, dass die Reibpaarungen außerhalb der Bremsphasen, die im Normalbetrieb lediglich ca. 0,1% der Fahrzeit betragen, keine Arbeit verrichten, führt ihr ungewolltes Bremsen zu ca. 0,5l/100km Mehrverbrauch.Simple, doch wirkunsvolle Mechaniken würden hier Abhilfe schaffen. Welche Kopfstände müssten auf der Motorenseite vollführt werden, um so ein Ziel zu erreichen? Würde Kunden die Wahl gelassen, welchen Preis sie für die Kraftstoffersparnis zu zahlen bereit sind, wäre die Entscheidung für den Weg zur Zielerreichung schnell gefallen.

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