International
ATZblog | 31. August 2010
E-Mobilität bitte interdisziplinärer! So schließt Professor Kampker mit seinem Gastkommentar diese Ausgabe der ATZelektronik. E-Mobilität bitte international, möchte ich ergänzen, denn hinter beiden Aufrufen steckt der Aufbau eines Netzwerks, das noch lange nicht funktioniert. Nationale Entwicklungspläne, wie sie leider existieren, mögen zwar das territoriale Wir-Gefühl stärken, der Idee an sich sind sie eher abträglich, weil sie nur Teillösungen hervorbringen, die miteinander nicht harmonieren. Und Deutschland soll da Leitmarkt für Elektromobilität werden? Wenn dies keine Lachnummer werden soll, müssen wir uns öffnen – in vielerlei Hinsicht. Wir müssen beginnen, mit denen zu sprechen, die bereits weiter sind als wir. So ließe sich vermeiden, dass das “stille Kämmerlein” zum Verlies wird.
Nationale Politik und internationaler Autoalltag verkehren immer noch in verschiedenen Welten. Doch das operative Geschäft der deutschen OEMs läuft bereits international. Ihre Vorstände suchen und finden Allianzen im hilfreichen Asien und den USA. In national geförderte Entwicklerstuben mischt sich ausländisches F&E-Know-how. So bringt Bosch zum Beispiel mit SBLimotive koreanisches Wissen in die deutsche Lithium-Ionen-Innovationsallianz. Eine “Firewall”, die zwischen Externem und Internem trennt, muss da noch erfunden werden. Mit welchen Batteriezellen fahren deutsche Hybrid- und Elektroautos heute und morgen? Die meisten kommen aus Asien.
Sie als Leser wissen, dass ATZelektronik ihr Wegbegleiter im oft beschriebenen Wandel ist. Einige von Ihnen haben uns als Sparringspartner kennengelernt. So konfrontieren wir Dr. Hahn im Interview mit kritischen Fragen. Er ist einer der Hoffnungsträger der Bundesregierung für Batteriezellen “Made in Germany”. Kein Zweifel keimt in ihm, und das ist gut so. Hahn ist glücklicherweise auch international engagiert. Für Deutschland.
Auf der weiteren Suche nach deutschem Erfindergeist sind wir auf Akasol gestoßen. Das Engineering-Unternehmen baut um ausländische Zellen deutsche BatterieIntelligenz. Und wir haben für dieses Heft Exide eingeladen – die Amerikaner, die mit ihren Batterien Boden in Deutschland gewinnen wollen.
(Autor: Markus Schöttle, Redakteur ATZelektronik)






