Alternativen
ATZblog | 16. August 2010
Die Automobilindustrie wandelt sich. Die Diskussion um Emissionen und damit verbunden die Suche nach geeigneten alternativen Antrieben machen die Veränderungen derzeit sehr deutlich. Stark betroffen sind die klassischen Motorenentwickler, die sich nun auch der Elektrotraktion widmen müssen. Aber wirklich neu ist der Wandel nicht. Er verläuft nur sichtbarer und – an einigen Stellen – etwas hastiger. Abgezeichnet hatte er sich schon, bevor sich die Industrie so massiv der Elektrifizierung zuwandte. Im Interview mit der ATZ beschreibt es Hans-Georg Frischkorn, Technikgeschäftsführer beim Branchenverband VDA, so: “Der Wandel der Automobilindustrie von einer metallverarbeitenden Branche zu einer Systemintegrationsindustrie ist weit vorangeschritten. Durch die Elektromobilität bekommt dieses Thema einen weiteren Schub.”
Aber ist es überhaupt sinnvoll, heute den Elektroantrieb als ernsthafte Alternative für den Verbrennungsmotor voranzutreiben? 95 Gramm CO2 pro Kilometer bis 2020 – wirtschaftlich und technisch sinnvoll ist das nur mit Otto- und Dieselmotor machbar. Die Antwort lautet dennoch “ja”. Einerseits ist der Elektroantrieb in den Fokus der Politik gerückt und wird für die Akzeptanz des Individualverkehrs eine wichtige Rolle spielen. Der Endkunde ist entsprechend sensibilisiert. Nicht zuletzt geht es also auch um ein wichtiges Marketing-Instrument. Noch entscheidender ist aber die langfristige Perspektive. Denn ob fossile Energiequellen dauerhaft finanzierbar bleiben, ist fraglich. Spätestens wenn sie das nicht mehr sind, wird der Elektroantrieb eine Schlüsselrolle einnehmen. Forschung und Entwicklung, Erfahrungs- und Kompetenzaufbau sind bereits heute von größter Bedeutung, auch wenn die Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors derzeit noch höhere Priorität haben muss.
Die MTZ wird daher – wie in dieser Ausgabe – mit gewohnter Sachlichkeit auch die Entwicklung des Elektroantriebs begleiten, ohne den Verbrennungsmotor zu vernachlässigen.
(Autor: Ruben Danisch, Stellvertretender Chefredakteur MTZ)







Am 20. August 2010 um 11:16 Uhr
Ich verstehe nicht, weshalb immer und immer wieder die Diskussion um den Siegeszug der E-Mobilität von der gleichen Seite angezettelt wird. Klar gibt es viele Vorteile und klar ist es ein Zukunftsmarkt. Allerdings ist mir eines nicht ganz klar: EON, RWE, Vattenfall – alle stellen kostenlose E-Tankstellen auf und freuen sich auf die ersten Kunden die begeistert ihren Wagen “voll” machen kommen.
In der Mathematik wird oft zur Beantwortung von Fragen der Extremwert berechnet. Man kann es ja auch mal am Beispiel der E-Mobilität machen. Wenn alles perfekt läuft und jeder begeistert E-Autos kauft – ein Marktanteil von 25% und mehr erreicht ist. Wie teuer wird dann wohl der Autostrom werden? Wieviel Steuereinnahmen werden wohl aus der Mineralölsteuer fehlen? Wieviele Autostromsteuer wird es wohl geben? Wieviel Strom müssen wir aus Kernkraft gewinnen oder aus dem Ausland zukaufen? Wie wird der Kunde es finden, wenn der Diesel auf 70ct/L gefallen ist, der Autostrom aber 80ct./kWh kostet?
Es gibt natürlich für alles ein Vor- und Nachteil, allerdings wird die Diskussion zu einseitig geführt! Machen Sie mal einen Test: Fragen Sie Ihren Nachbarn mal, was er denkt, wie lange ein Tesla Roadster an einer handelsüblichen 230V Steckdose laden muss, bevor es wieder weiter geht? Und fragen Sie ihn auch mal, was er denkt, wo im E-Auto die angenehme Wärme herkommt, die uns im Winter so schön die Hände wärmt und die Scheiben frei macht.
Am 27. August 2010 um 10:57 Uhr
Die Automobilindustrie wandelt sich.
Ja das tut sie. Die Frage ist nur, wandelt sie sich ausreichend und in eine wirksame, zukunftsträchtige und sehr wichtig, eine wirtschaftlich tragfähige Richtung. Ich vermute da sind noch Reserven, deshalb meine ich der Wandel “von einer metallverarbeitenden Branche zu einer Systemintegrationsindustrie” kann nur ein erster Schritt sein.
Bei Berücksichtigung der steigenden Kosten für Roh- und Treibstoffe, erhöhte Fertigungskosten und Unterhaltskosten für das Produkt reicht der Anspruch “Systemintegrationsindustrie” nicht aus.
Der Anspruch muss höher liegen und sollte Mobilitätsanbieter heißen.
Die wichtigsten Partner der Automobilindustrie, die Kunden, werden in den nächsten Jahrzehnten ihre Position zum Produkt Automobil tiefgreifend ändern. Gezwungen von Preissteigerungen, bei gleichzeitig sinkender sozialer Sicherheit, geleitet von veränderten gesellschaftlichen Bedingungen und inspiriert von eigenen Lebensmodellen, werden immer mehr Menschen auf den Besitz eines Fahrzeuges verzichten. Der Käufermarkt mit stetig steigenden Verkaufszahlen wird abnehmen und enger werden.
Alternativ wird der Nutzermarkt stark zu nehmen. Ich selbst, obwohl für einen Automobilhersteller tätig, verzichte auf ein privates Fahrzeug. Es rechnet sich wirtschaftlich nicht. München-Berlin ist mit Flieger oder Schlafwagen für mich wirtschaftlicher und attraktiver. das Auto bildet das Ende meiner persönlichen Mobilitätskette.
Für die Automobilindustrie sollte es also Anspruch sein, die Entwicklung zur Systemintegrationsindustrie, mit einer verstärkten Nutzungsorientierung zu verbinden.
Das erfordert sämtliche Lebensprozesse des Fahrzeuges, von der ersten Idee der Konzeptentwicklung bis zum Recycling der verschrotteten Reste, verstärkt nach Nutzerinteressen in die Wertschöpfungskette ein zubinden und führend zu gestalten. Dafür scheint es erforderlich zu sein, beispielsweise die Antriebe an der möglichen Nutzung aus zurichten (Stichwort: Reisen/ Lastentransport/ Stadtverkehr / Fahrspaß)
Dazu werden neue Anforderungen an das Produkt gestellt, welche zu einer noch stärkeren Differenzierung der einzelnen Produkte führen. Die Peripherie um das Fahrzeug muss dann diesen Anforderungen angepasst werden.
Als Beispiel sei auf das Aufladen eines Elektrofahrzeuges als Prozess verwiesen. Das soll dort erfolgen, wo das Fahrzeug, durch den Nutzer abgegeben wird, verbunden mit Abrechnung und technischer Diagnose.
Ich glaube nicht dass der Käufermarkt verschwindet, aber der Nutzermarkt wird stark zunehmen.
Aber ich vermute, dass ein hervorragendes Produkt Auto zukünftig nicht mehr ausreichen wird, um die einzelnen Marken zu differenzieren. Zukünftig wird das Angebot um das Auto herum, mehr zur Kundenbindung und Kundengewinnung beitragen, als das Produkt Auto an sich.
Der Automobilhersteller kann nach außen als Mobilitätssystemanbieter auftreten.
Die Weiterentwicklung und Differenzierung der Antriebstechnologie wird unter dem beschrieben Bedingungen verstärkt zu Antrieben führen, die für ein spezielles Segment optimal eingesetzt sind.
Mein persönliches Ideal: Eine Reise am Computer bei meinem präferierten Hersteller organisieren, individuelle Einstellungen für Unterhaltungsmedien in allen Verkehrsmitteln nutzen und alles unter einem Vorgang abrechnen.
Danke+ Gruß
Thomas K.
Am 11. September 2010 um 03:51 Uhr
ganz klar – Sie haben recht !
Für mich war mein erster eigener Käfer der Eintritt ins Reich der uneingeschränkten Freiheit ! ( und viele Schrauberstunden, letztendlich aber auch Berufsfindung )
Das Auto ist nicht eine selbstfahrende Kiste mit vielen Rädern – es ist Philosophie.
Kommen Sie mich besuchen in Changchun, China; die Strassen sind unpassierbar aber die Produktion wird expotentiell erweitert ! Warum ? -die Chinesen haben sich in “das Auto” verliebt ( hier übrigens der Enkel vom potthässlichen VW-Jetta !)
Wie wollen Sie gegen die Liebe diskutieren ? Wie wollen Sie den Chinesen, den Indern und den Afrikanern das Auto ausreden oder gar verweigern ?
Jeder hat das Recht sich zu entfalten, die Deutschen sind hier 3 und Sie 4 Generationen Auto voraus….
Ich vermisse mein Auto und die freie Strasse, in die Arbeit nehme ich das Taxi ( weils nicht so stressig ist )
Am 13. September 2010 um 18:59 Uhr
Elektroimobile versus Diesel-Optimierung; das letztere ist jetzt schon verfügbar:
Testbereicht Skoda-Oktavia 1,9 TDI, 110PS, Combi: Nachtrag der Vollständigkeit halber unter IbF- Diesel-Kraftstoff-Optimierung durch IbF-Kat für: auch für P-Öl geeignet.
Skoda Oktavia 1,9 TDI Combi; 110 PS;EZ 2000,170-Tsd km Laufleistung. Anfügung zu Skoda-Oktavia:
Auf der Urlaubs- und Testfahrt 1 Woche Reutlingen – Ostsee und zurück: 4 Halts zum Austreten und Vesper ca. 40 Minuten inclusive ingesamt 8,5 Stunden für ca. 880 km (einfach).
Beladung 3 Männer (195, 187, 188 cam Länge; hier nur eingeschränkter Sitzplatz-Angebot hinten, wenn zwei Lange (Männer) > 185cm hintereinander sitzen.); samt Reisegepäck ca. 400 kg. Kofferaum auf drei Ebenen unterteilt ideal für Werkzeug und Angelutensilien. Laut eingebauter Verbrauchsanzeige: 5,4 l/100 km über ingesamt > 5.400 km Strecke.
Bereifung: Hanko Optimo K715 / 195 / 65 / R15 / 91T. Fahrgeäusche Stand, mittleres- und Vollgas: ingesamt deutlich unter den vorgegebenen Werten.
Fahreindruck auch bis 195 km / h sehr sicherer spurtreuer, bremssicherer Geradeauslauf.
Kein Ruß-Film am Koffer-Raumdeckel. Der Reservetank war mit 6 Liter Pöl betankt und gibt daher nochmals für ca. 100 km Sicherheit ohne den dieseltypischen Geruch im Fahrgastraum.
Ingesamt ein nachmahmenswerter Test unter anpruchvollen Testbediungungen unter EU-Agenda-21-Bedingungen: Ökonomie, Ökologie, Nachhaltigkeit; also Zukunftskonform unter sozialen und Nachhaltigkeitskriterien. Für Diesel- und Pöl-Potential / Benziner-Potential: Fuhrparkrelevant. Amortisation des IbF-Kat innerhalb eines Jahres.
Freigegeben für EU-Nachhaltigskeitsgebot: Technik- und Technikfolgenforschung für Europa.