Grenzenlose E-Mobilität

ATZblog | 10. August 2010

20100810a_rita-forst.jpgDie Zukunft fährt elektrisch. Über dieses Ziel waren sich Vertreter der Industrie, Energiewirtschaft und Politik auf dem Kanzlergipfel Elektromobilität am 3. Mai 2010 weitgehend einig. Welche Technologien unsere Autos künftig antreiben und woher die Energie dafür kommt, sind Fragen, die die heutigen und kommenden Ingenieurs- und Politikergenerationen beantworten müssen.

Opel fährt dreigleisig in die Zukunft und leistet seinen Beitrag zu einer modernen, nachhaltigen Mobilität bis hin zum völlig emissionsfreien Fahrzeug. Parallel zur Verbesserung unserer Verbrennungsmotoren von heute und alternativen Kraftstoffen wie Autogas und Erdgas setzen wir auf den Elektroantrieb. “e-mobility unlimited” nennen wir diese Strategie. Je nach Einsatzbedingungen fahren künftig drei verschiedene Fahrzeugkonzepte auf unseren Straßen: kleine, rein batteriebetriebene Elektroautos für kurze Distanzen, Elektrofahrzeuge mit Range-Extender und schließlich E-Mobile mit Wasserstoff-Brennstoffzelle für lange Strecken ohne jegliche Emissionen.

Mit dem Ampera bringt Opel als erster Hersteller ab Ende 2011 ein Elektrofahrzeug mit verlängerter Reichweite auf den Markt, das die immer noch vorhandenen Nachteile selbst modernster Batterietechnik ausgleicht. Der voll alltagstaugliche Ampera legt 60 Kilometer rein elektrisch mit Batteriestrom zurück. Die meisten Pendler fahren pro Tag kürzere Strecken. Ein benzinbetriebener Stromgenerator ermöglicht jedoch eine Gesamtreichweite von über 500 Kilometern. Der Ampera ist somit das erste langstreckentaugliche Elektroauto, das dem Fahrer die Angst vor zu geringer Reichweite nimmt.

Das Dilemma der Batterie besteht noch auf absehbare Zeit in der sehr geringen Speicherkapazität bei hohem Gewicht und Volumen. So würde ein Batteriesystem selbst zukünftiger Lithium-Ionen-Technologie für eine Reichweite von 500 Kilometern immer noch etwa 830 Kilogramm wiegen und ein Volumen von 670 Litern im Auto einnehmen im Vergleich zu den etwa 43 Kilogramm und 46 Litern bei Benzin oder Diesel.

Ein Wasserstoff-Tanksystem ist bereits heute mit 125 Kilogramm und 260 Litern gegenüber der Batterietechnologie wesentlich im Vorteil. Opel forscht daher weiterhin mit Nachdruck an Brennstoffzellenfahrzeugen und komplettiert damit seine Elektromobilitätsstrategie für eine nachhaltige Mobilität. Schon weit über eine Milliarde Euro haben wir in die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie investiert. Über 100 Opel-HydroGen4-Brennstoffzellenfahrzeuge der neuesten Generation befinden sich im weltweiten Kundeneinsatz und stellen ihre Alltagstauglichkeit unter Beweis – zehn davon in Berlin. Anfang Juni umrundete der HydroGen4 im Rahmen der “electric avenue – Expo für nachhaltige Mobilität” den Bodensee ohne Tankstopp und ohne ein einziges Gramm CO2 zu emittieren. Dieses Fahrzeugkonzept bietet Fahrspaß ohne Einschränkung bei Fahrzeuggröße oder Funktion. Deshalb betrachten wir die Wasserstoff-Brennstoffzelle weiterhin als wichtige Zukunftstechnologie. Auch wenn die Infrastruktur noch fehlt – Wasserstoff ist ein Energieträger, der eine grenzenlose E-Mobilität ohne Abstriche ermöglicht.

(Autor: Rita Forst, Geschäftsführerin Entwicklung der Adam Opel GmbH und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der ATZ)

Eine Reaktion zu “Grenzenlose E-Mobilität”

  1. Dieter Reiber

    Grenzenlose E-mobilität kann nicht grenzlos sein und hat natürlich seine Grenzen.
    Die Genzen sind vorläufig bei dem relativ gewichtigen Energiespeicher und seiner dadurch natürlich begrenzten Reichweite zu sehen. Daher aus jetziger Sicht und Erfahrung dir Begenzheit bekannt ist; was nicht heißt, dass die eletrische Speicherfähigkeit nicht noch ausbaufähig ist.

    Immer wenn die Zeit reif ist, bringt sie neue Innovationen hervor, darauf warten Politik und das Volk.
    Wir sind gespannt wer sich da noch was einfallen lässt. Nur, solange das nicht verfügbar ist, muss es dennoch mit dem bereits vorhandenen Technik (verbessert) weiter gehen.

    Daher der Algensprit oder das Flüssiggas (Gasverflüssigung) von uns gesehen interessanter ist zu verfolgen. Hier bringen wir uns mit unserer Kernkompetenz der Mikro- und Makrobiologie und der Verfahrensoptimierung gerne ein.
    Dieter Reiber, IbF-Institut: EU Technik- und Technikfolgenforschung für soziale-Agenda-fähige Verfahren (Ökonomie, Ökologie, Nachhaltigkeit).

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