Mobilität zwischen Physik und Politik
ATZblog | 11. Mai 2010
Es scheint schwierig zu sein, einfachen physikalischen Gesetzen, ökonomischen und sozialen Banalitäten zur Anerkennung in der öffentlichen Meinung zu verhelfen.
So kennt man als Rheinländer die Hauptsätze der Thermodynamik schon ohne Studium. Sie gelten für alle Bereiche der Wirtschaft und Gesellschaft. Hier formuliert man den ersten Hauptsatz mit “Von nix kütt nix”. Übersetzt: Es muss bereits Geld oder auch Energie vorhanden sein, bevor man sich mit der Verwendung oder Umwandlung beschäftigen kann. Und es existiert in der Physik nur eine Energie. “Alternative Energien” gibt es weder in der Physik noch im Leben!
Der zweite Hauptsatz ist ebenso treffend: “Wat fott is, is fott”. Oder wissenschaftlich: Verbrauchte Energie lässt sich nicht zurück gewinnen. Wer über “regenerative Energie” spricht, macht dies aus Unkenntnis oder um Normalbürger hinters Licht zu führen.
Beide Hauptsätze führen zu einer weiteren Erkenntnis: Der Mensch lebt – energetisch gesehen – parasitär. Gleichgültig, ob er biologisch den Pflanzen das Sammeln des Sonnenlichts überlässt, diese Energie mit Wirkungsgradverlust nutzt oder die nächste Veredlungsstufe tierischer Produkte mit weiteren Verlusten vorzieht.
Effektiver lässt sich bekanntlich leben, indem wir die über Millionen von Jahren eingespeicherte Bio-Energie als Kohle ausgraben oder als Öl abpumpen. Wohlstand hängt von preiswerter Energie ab, die leicht zugänglich und möglichst kompakt gespeichert sein muss. Kohlenstoff oder Kohlenwasserstoffe können als “volle” chemische “Batterien” angesehen werden. Nach Energieabgabe finden wir Wasser und CO2 als leere Batterie wieder. Das Speichervermögen elektrochemischer Batterien ist um eine Größenordnung unterlegen. Auch ein Grund, warum Batterie-Elektrofahrzeuge eine Nische bleiben werden.
Wohlstand für alle ist ein hehres politisches Ziel. Dazu soll noch die Armut in der Welt beseitigt werden. Hier helfen das Wissen der Physik und Offenheit für neue Technologien. Ein schlechtes Gewissen ist bei Verschwendung und mangelnder Effizienz angebracht!
Energieträger mit hoher Enthalpie ermöglichen über eine leistungsfähige motorische Mobilität effektive Transporte und Arbeitsteilung und bilden damit zwei ökonomische Wohlstandsfaktoren. Wirkungsvoller Umweltschutz hängt davon ab, dass wir uns ihn leisten können. So werden wir Verbrennungsmotoren schaffen, welche die Umwelt reinigen können. Dies lässt sich heute schon demonstrieren. Das Elektrofahrzeug wird maximal vor Ort neutral sein.
Wie sichern wir aber die angeblich endlich verfügbaren Treibstoffe? Mit bekannten Verfahren “laden” wir Kohle mit Wasserstoff zu energiereicheren Kohlenwasserstoffen auf. Dies mit Wind- oder Sonnenenergie oder zum Beispiel mit dem inhärent sicheren Thorium-Kugelhaufenreaktor. So lassen sich mit Kohle preiswerte Designer-Kraftstoffe für etwa 50 Eurocent pro Liter erzeugen.
Daran kann man die Zukunft der verbrennungsmotorischen Mobilität knüpfen. Entsteht dann CO2 als kritisches Klimagas? Dafür gibt es keine reproduzierbaren physikalischen oder geologischen Beweise.
Auf die Physik ist Verlass – die Volksweisheiten der Rheinländer leben davon.
(Autor: Wolfgang Maus, Vorsitzender der Geschäftsführung der Emitec Gesellschaft für Emissionstechnologie mbH)







Am 11. Mai 2010 um 20:43 Uhr
Sehr gute treffsichere Zusammenfassung unserer heutigen Energiediscussion.
Ist es also zu frueh, die Elektrochemie als Nachfolger der Kohlenstoffbatterien der Sonnenenergie wie Oel und Kohle zu nominieren und zu installieren?
Ich nehme an, dass das von Herrn Maus beschriebene Scenario die naechsten 200 Jahre spielend abdeckt, auch Dank der Kugelhaufen und der Kohlevorkommen an Rhein und! Ruhr.
Mit Hoffnung auf eine sachliche Diskussion
Olaf Weber
Am 15. Januar 2011 um 03:34 Uhr
mag sein, dass ich es nur falsch verstanden habe: Energie ( wie Geld auch ) verschwindet nicht einfach ! und verbraucht sich auch nicht ( wie Grund und Boden )
Es war der Heilbronner Robert Mayer, der das formuliert hat: aus nichts wird nichts und von nichts kommt (wird) nichts.
Die Form der Energie ist wandelbar; nur nicht voll umkehrbar ( Enthalpie und Exergie ). und es gibt kein perpeduum mobile ( das kann man auch mit “t” schreiben )
Darum finde ich schon, dass es “neue Energien” gibt: z.Bsp. Wärmepumpen und Brennwertfeuerungen, die einen ” thermischen Wirkungsgrad ” von grösser als 1 haben .
Letztendlich geht es nur darum, einen guten Wirkungsgrad ( Verhältnis von Nutzen zu Aufwand ) zu haben ( als 3er Schüler kenne ich mich da aus ) !
Wir sollten uns auf die Abwärme stürzen; hier ist ein riesiges Potential !
und:
fossile Brennstoffe sind noch zu billig !
Grüsse aus dem mit schwefelhaltiger Kohle befeuerten Nord-Ost China