Umweltsünden
ATZblog | 3. März 2010
Mit dem Frühling werden für viele Gartenfreunde, aber bei weitem nicht nur für sie, unsere Umweltsünden aktuell. Da war kürzlich in der Zeitung zu lesen, man habe lange streiten müssen, dass bei der Aufteilung der Grundstücke nicht das letzte Fleckchen dem rationellen Ackerbau zum Opfer fiel. Für Hecken, Bäume und Sträucher blieb nichts übrig. Dabei gehen Nistplätze für Vögel verloren, ohne die noch mehr Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt werden müssen. Die Eingriffe in das ökologische Gleichgewicht und der Raubbau an der Natur werden allenthalben beklagt. Und Fachleute fragen besorgt nach den Ursachen für dieses Verhalten. Worauf es ankäme, wäre ein Wandel der inneren Haltung, eine neue Sicht der Dinge, eine neue Beziehung, entstehend aus einem Verständnis der Umwelt als Schöpfung, als Land und Wohnung des Menschen.
Es geht um die Solidarität aller Geschöpfe. Auch der Mensch in unserer technischen Welt ist in diese Solidarität inbegriffen. Vielleicht verstehen wir heute gerade wieder eher, dass wir uns den Ast absägen, auf dem wir sitzen, wenn wir diese Solidarität nicht achten. Ich bin davon überzeugt, dass die Wurzel aller Umweltsünden ist, dass wir uns von der Schöpfung nicht mehr ansprechen lassen. Wir definieren und analysieren sie, gebrauchen und verbrauchen sie, entwickeln aber keine freundschaftlichen Beziehungen mehr zu ihr. So verliert sie für uns ihr Geheimnis.
Von einem Indianer ist folgender Text überliefert: “Du hast die Erde heilig gemacht wie auch meinen Körper, darum will ich in deinem Namen die Erde heilig halten, jeden Grashalm achten und die Blumen und Bäume ehren. Mit der Verehrung alles Lebendigen wächst meine Seele und mein Leib wird stark im Rhythmus deiner Sonne und deines Mondes.”
(Autor: Wolfgang Siebenpfeiffer Herausgeber ATZ / MTZ)







Am 4. März 2010 um 09:26 Uhr
Vielen Dank für Ihre Beiträge! Ein Umdenken ist hier dringend nötig; vielleicht sollte man sich an Albert Schweitzers Motto “Ehrfurcht vor dem Leben” orientieren.