Low Cost und Hightech als Chance

ATZblog | 25. Juli 2008

Dipl.-Ing. Michael ReichenbachAuf einen deutschen Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung würden 2020 mehr als fünf hervorragend ausgebildete Automobilingenieure in China kommen – was für die deutschen Autobauer und -zulieferer den Verlust ihrer globalen Innovationsführerschaft und Wettbewerbsfähigkeit zur Folge hätte. Das ist die Kernaussage einer Studie der Managementberatung A. T. Kearney. Die Innovationszentren der Automobilindustrie würden sich von Westeuropa nach China und Indien verlagern, denn dort kämen in Zukunft massive Entwicklungsressourcen mit vielen Innovationen zusammen.

Auch Indien zählt zu den aufstrebenden Nationen. Tata Motors hat mit dem Preiswertauto Nano für Furore gesorgt. Doch die indischen Ingenieure griffen bei der Entwicklung des Kleinwagens auch auf gute und bewährte Technik aus Deutschland zurück, siehe etwa die Einspritztechnik von Bosch. Wie die Franzosen dem globalen Wettbewerb begegnen, zeigt unser Interview auf Seite 622 mit dem Vizepräsidenten Patrick Pélata, der bei Renault für Strategiefragen zuständig ist. Zum einen verfügt er mit der Marke Dacia über einen zweiten Zweig, um in Schwellenländern erfolgreich zu sein. Auf der Logan-Plattform sollen am Ende neun Autos stehen. Zum anderen vernachlässigt er Hightech-Themen wie die Batterietechnik nicht. Im anspruchsvollen europäischen Markt sieht Pélata den Durchbruch für Elektroautos im Jahr 2011 kommen.

Uns Europäern muss also nicht angst und bange vor China und Indien werden. Es gilt, Low-cost und Hightech als Chance zu begreifen.

(Autor: Dipl.-Ing. Michael Reichenbach, Stellvertretender Chefredakteur ATZ|MTZ)

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